W.T.S Guzzi

Auch bekannt als Westlake Tagand Special

„Bitsa“, kurz für „Bits of everything“, ist ein Begriff, der oft verwendet wird, um einen Mischlingshund zu beschreiben, in dessen Blutlinie alles Mögliche stecken kann. Wenn man eine Moto Guzzi T3 nimmt, hinten eine Dresda Triton-Sitzbank montiert, darunter BSA-Töpfe setzt, vorn eine Manx Norton-Verkleidung anbringt und das Ganze zum Abschluss in Porsches Miami Blue lackiert, dann hat man genau das: eine „Bitsa“.

Der Besitzer dieser wunderschönen Maschine ist kein Unbekannter in der Custom-Motorradwelt: Roger hatte mehr Motorräder, als wir Finger und Zehen haben, und alle bekamen die Deus-Behandlung. Doch die liebevoll „WTS“ oder Westlake Tagand Special genannte Maschine ist das Glanzstück seiner Flotte.

Nachdem Roger das Spender-Bike von Guzzi-Guru John bei Motociclo gekauft hatte, brachte er die müde T3 zu Jeremy ins House of Simple Pleasures in Sydney und beschrieb ganz genau, was ihm vorschwebte. Nachdem die feineren Details des Builds geklärt waren, machte sich Jeremy an die Arbeit und bereitete den Aufbau vor, während Roger begann, das Web zu durchforsten und Teile aus allen Ecken der Welt aufzutreiben.

Jez zerlegte das Bike bis auf Rahmen und Motor; der erste Schritt war, die Haltung einfach perfekt hinzubekommen. Beide Räder gingen für eine komplette Überholung zu Ash's Spoked Wheels; die hintere Felge wurde gegen eine breitere Version getauscht, um einen größeren Reifen aufzunehmen, Naben und Felgen wurden schwarz pulverbeschichtet, mit Edelstahlspeichen eingespeicht und mit klassischem Metzeler Lasertec-Gummi bezogen. Hinten wird das Bike von Matris-Dämpfern getragen, mit freundlicher Unterstützung von Terry bei Shock Treatment, während die Gabel mit komplett neuen Innereien, verschliffenen Außenrohren, einer Tarozzi-Strebe und bis zum Hochglanz polierten Gabelbrücken aufgefrischt wurde. Zum Schluss kamen Tarozzi-Rastenanlagen und ein Satz Ace Bars dazu, um Roger in die optimale Sitzposition zu bringen, wenn es in sauber überhöhte Kurven geht.

Nachdem das Bike nun gerade dastand, bestand die nächste Aufgabe darin, die verschiedenen Karosserieteile harmonisch zusammenzubringen. Das erste Puzzleteil war der neue polierte Aluminiumtank. Roger brachte Jeremy eine Dresda-Triton-Sitzbasis mit, die er die letzten 30 Jahre eingelagert hatte und die so angepasst wurde, dass sie auf den Guzzi-Rahmen passte. Die Seitendeckel waren ursprünglich für eine Triumph „Thruxton“ entworfen worden; die Passform brauchte ein wenig Überzeugungsarbeit. Dazu kamen ein kurzer Frontfender und ein polierter Lichtmaschinendeckel. Und schließlich die wunderschöne Bikini-Verkleidung, direkt von einer „Manx“ Norton übernommen.

Als das Bike optisch stimmte, musste die Performance nachziehen. Die Vergaser wurden auf 30-mm-Dellorto-Einheiten mit Ansaugtrichtern aus Aluminium aufgerüstet, damit der Motor ordentlich Luft bekommt. Roger lieferte anschließend einen Satz BSA Rocket Goldstar-Schalldämpfer, die die Jungs von Hi-Tec Mufflers in eine 2-in-2-Edelstahlkrümmeranlage verwandelten. Dank elektronischer Zündung, Acewell Tacho und einigen superedlen Kellerman Lenkerenden- und Atto-DF-Blinkern wurde die Guzzi dann ins einundzwanzigste Jahrhundert geholt.

Zum Schluss wurde das Bike ein letztes Mal zerlegt, Halterungen und Kleinteile gingen zum Pulverbeschichten zu PCS. Motor und Karosserieteile wurden zu Dutchy's Motorcycle Spray Painting geschickt, damit er seine Magie wirken lassen konnte. Roger entschied sich bei diesem Build für einen schlichten, aber raffinierten Lack und „borgte“ sich das Blau des neuen Porsche 911; das WTS-Emblem erinnert an das A.J.S-Logo. Der Motor wurde geschwärzt, die Kühlrippen und Ventildeckel auf Spiegelglanz poliert.

Wo wir gerade beim Thema Lack sind: Wir möchten Dutchy für all seine unglaubliche Arbeit in den vergangenen 10 Jahren danken – dafür, dass er unsere Träume Wirklichkeit werden ließ und immer wieder die Grenzen dessen verschoben hat, was mit einer Spritzpistole möglich ist. Die WTS ist sein letzter Job für das House of Simple Pleasures, aber was für ein Abgang mit Knall!

Das letzte Detail, das euch sicher nicht entgangen ist, ist der Krokodil-Sitzbezug, zusammengenäht von Dave bei Badarse Trim Co.

Nach dem Wiederzusammenbau des Motorrads ist das Ergebnis das, was ihr hier vor euch seht: ein klassisch britisch gestylter Racer mit italienischer Power, deutschen Sportwagenfarben und einem Sitz wie gemacht für Mr Dundee persönlich. Wenn das mal kein echter Bitsa ist.