Bevor ihr denkt, wir hätten während der großen Regenzeit nur mit Super Cubs herumgespielt: Wir wollten, dass ihr euch dieses glänzende Exemplar einmal genauer anschaut. Angefangen hat alles mit einer Honda XR 600, aber schon vor dem ersten Schnitt wussten wir, dass wir noch eine ganze Menge mehr vorhatten. Mustang und die Bengkel-Jungs bewegten sich bei diesem Projekt deutlich außerhalb ihrer üblichen Hubraumklasse. Klar, wir haben schon 650er gemacht, eine große Husky, einen alten Harley-Neuaufbau für den Boss und ein paar 450er – aber das hier war für sie das erste seiner Art. Sorgen hätten wir uns allerdings nicht machen müssen, denn wie die wahren Handwerker, die sie sind, haben sie sich reingehängt und wieder einmal abgeliefert.
Erinnert ihr euch an Bagio, unseren Tankbauer, Nervenkitzel-Sucher und außergewöhnlichen Hammermann? Nun, nach nur sechs Monaten mühsamer Handarbeit – Treiben, Schleifen und Polieren, Versuch und Irrtum – fertigt er jetzt genau hier hinten im Temple herrliche Aluminiumtanks. Und das Großartige daran: Ihr müsst uns nicht einfach glauben. Lasst eure Augen über diese Schönheit wandern. Dem Thema treu bleibend, ganz im Zeichen von Bling, wurde der Motor bis auf einen Haufen Teile auf dem Boden zerlegt, bevor er wieder zu etwas Kraftvollem aufgebaut wurde. Irgendwo in diesem Prozess bekamen auch Zylinderkopf und Gehäuse eine gründliche Politur. Schwinge und Gabel, beide vom Originalbike, kamen ebenfalls mit an Bord und durften mehr als nur einen Hauch Polierpaste kennenlernen. Der Heckrahmen wurde am Ende deutlich stärker angepasst, als wir ursprünglich gedacht hatten – aber die Arbeit hat sich gelohnt, um das zu schaffen, was jetzt dieses erstklassige Beispiel eines Street Trackers ist.
Venture-Lenker waren die einzige Wahl, montiert mit Mikroschaltern und griffigen Gummi-Grips. Posh-Blinker und Tacho. Vorne sitzt eine verchromte HD-5,5"-Replika-Leuchte, die den Heimweg durch das Dunkelste erhellt, was Bali zu bieten hat. Alles steht hoch auf 18"-Alufelgen: 2.50 vorne und 3.50 hinten, exquisit gekleidet in Heidenau-Gummi; 120/18 Duro vorne und 140/18 Enduro hinten. Für eine noch geschmeidigere Fahrt sorgt einer unserer Custom-Sättel: Fiberglasform mit straffem, niedrigem Oberteil aus schwarzem Leder.
Dazu kam noch eine ganze Ladung feiner Dinge; Sachen, die man braucht, über die aber nicht so oft gesprochen wird. Dinge wie maßgefertigte Fiberglas-Schutzbleche vorne und hinten, ein K&N-Filter und eine ordentliche Menge Custom-Platten, Buchsen, Schrauben und Muttern, um die straffe Einheit zu schaffen, die man für die Pisten braucht, die hier als Straßen durchgehen. Ach ja, und haben wir den üblichen absurden Arbeitsaufwand erwähnt, alles auseinanderzunehmen und wieder aufzubauen?



