Liebe hat viele Gesichter: Manche verschreiben ihr Herz amerikanischem Eisen, andere haben nur Augen für japanische oder deutsche Präzision. Für unseren Mann Chris aber gab es nur eine große Liebe: die Parrila.
Die einst unschlagbare italienische Marke wurde zu Chris’s Obsession. Aber bevor wir in die Tiefen seiner Hingabe eintauchen, hier erst einmal der Spickzettel zu Parilla.
In den 1940ern nahm eine italienische Familie eine Norton auseinander und stellte beim Zusammenbauen fest, dass sie es besser konnten. Kurz darauf rollte aus einer kleinen Fabrik nahe Milano ein Einzylinder mit obenliegender Nockenwelle, und der Name Parilla war geboren. Ganz typisch italienisch wurde das Bike als Straßenmotorrad und Wochenend-Clubracer konzipiert. Später in diesem Jahr nahm Giovanni Parilla mehrere Vorserienmodelle mit auf eine Reise in die USA, um einen amerikanischen Importeur zu finden. Auch wenn das damals erfolglos blieb, sorgte er mit Straßentests seiner beherzten 175-ccm-Maschine für jede Menge Aufmerksamkeit.
Für Amerikaner, die daran gewöhnt waren, dass 750- und 1200-ccm-Harleys sowie 500- und 650-ccm-Triumphs die Strecken mit deutlich über 150 km/h dominierten, sorgte die kleine Parilla für hochgezogene Augenbrauen, als sie mühelos die Tonne knackte (160 km/h). Der Legende nach fingen die Harley-Brüder Giovanni nach einem Rennen ab, um herauszubekommen, was genau dieses 175-ccm-Bike so blitzschnell machte! Giovanni gab ihnen gern das Rezept für die Passata seiner Mutter, doch was seine Bikes wie Windhunde nach vorn trieb, blieb geheim.
In den 70ern war Parillas Blütezeit endgültig vorbei, und das Unternehmen ging zusammen mit Cosmopolitan Motors unter. Genau deshalb sind Typen wie Chris etwas Besonderes: Er ist kein Sammler mit prall gefüllten Taschen, der mit Blankoscheck loszieht, um die perfekte Parilla für seine Sammlung zu finden.
Jede Parilla in seiner Höhle wurde von Chris selbst wieder in perfekten Betriebszustand versetzt, als Hommage an die Familie Parilla. Die Bikes sehen aus, als wären sie 1946 direkt vom Band gerollt. Chris hat außergewöhnlichen Aufwand betrieben, um seine seltenen Schätze wieder zu ihrem ursprünglichen Glanz zu bringen – vom Bau seiner eigenen Krümmerrohr-Biegemaschine bis zum Stück-für-Stück-Zusammensetzen von Rahmen. Giovanni wäre stolz auf Chris’s Hingabe und Sorgfalt!
Doch seine Obsession endet nicht damit, diese Bikes zu restaurieren: Er lässt sie auch laufen, wann immer er kann, und fährt damit Rennen zu Hause und im Ausland – Chris’s Parrilas sind keine Showroom-Queens.
Chri’s neuestes Projekt ist eine Parrila Wildcat 250. Ein lautes, höllisch schnelles Allzweck-Dirtbike mit einem Look, der genauso passt. Als er uns ein Bild seiner Wildcat schickte, konnte Deus-Master-Illustrator Carby Tuckwell nicht widerstehen, die schönen Proportionen zweidimensional zu verewigen. Schau dir das Wildcat Tee gleich hier an!
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