Oily Rag: Die Ausgabe Februar 2026
Von LAs Lincoln Boulevard bis zu Thailands sonnengebackenen Straßen findet uns der Februar irgendwo zwischen Staunen und Anpacken, dort, wo die Dinge schnell genug in Bewegung sind, um aufregend zu wirken – und vielleicht auch ein wenig absurd. Wir erschließen neue Ecken, treffen neue Gesichter und lachen darüber, wie ernst wir uns manchmal nehmen.
SS26 ist gestartet, und wir könnten nicht dankbarer sein für die Liebe, die es auf der ganzen Welt erfahren hat. Damit haben wir an unser Designerteam übergeben, um das Piece für die kommende Saison auszuwählen.
Auf diese seltsam poetische Fahrt, die genau jetzt stattfindet.
Bis März,
das Team von Deus.
Lincoln, Mittags Fast ein Paradies
Ein Schimmer über dem Asphalt,
das Licht fühlt sich hier schwer an,
sammelt sich langsam.
Lincoln, im Leerlauf am Rand.
Die Locals bewegen sich langsam, wie ein Akt des Widerstands.
Von der Sonne geliehen, ohne Eile,
vorbei an Ecken, die niemandem gehören.
Hier ist das Paradies logistisch.
Es berührt alles;
und verspricht nichts.
Alle wirken kurz bedeutsam -
als hätte man ihnen eine stille Anweisung gegeben:
bleib, geh, fang neu an.
Die Sonne wird morgen aufgehen,
mit derselben strahlenden Gleichgültigkeit.
Anonym
Neon-Dunst und Vinyl-Nächte: Deus Ex Machina, Bangkok
Unter dem feuchten Neonrauschen Bangkoks öffneten sich die Türen unseres neuen Stores – nicht mit
Zeremonie, sondern mit einer Art kosmischem Wiedererkennen, wie bei einem längst überfälligen Wiedersehen. Die Luft vibrierte von Thai-Funk, der warm von Vinyl lief, vermischt mit der hellen Herbe lokaler Craft-Biere. Und in dieser aufgeladenen Atmosphäre leuchtete der Stolz auf die Heimat hell auf.
SS26, kuratiert: Die Favoriten der Deus Designer in dieser Saison
Hier ein Blick auf ihre Auswahl, ein Einblick in die Welten dahinter und die Frage: Wie trägt dieses Piece deine Welt in unsere?
Jesse Chick, Unisex-Designer
Anityata Jacket – Wie trägt dieses Piece deine Welt in unsere?
Als ich diese Kollektion entwarf, war ich tief in Cosey Fanni Tutti versunken. Künstlerin, Musikerin, Provokateurin. Für mich ist sie eine endlose Quelle visueller und konzeptueller Energie. Die Art, wie sie Military und Camouflage trug, berührt mich. Sie ließ es intim und aufgeladen wirken, lange bevor Army Surplus zu einer einfachen Mode-Chiffre wurde.
Meine Liebe zu Camo und Cosey traf in dieser Saison auf einen Fund aus dem Secondhand-Laden. Ganz hinten auf einer Kleiderstange hing eine Camouflage-Jacke, die ein früherer Besitzer radikal gekürzt und unbeholfen mit zusätzlichen Taschen versehen hatte. Sie fühlte sich verändert an. In Besitz genommen. Das wurde der Ausgangspunkt für die Anityata-Silhouette.
Wir haben die Form in einen Unisex-Block neu geschnitten und uns an klassischer britischer Camouflage orientiert, sie dann in tiefem Indigo überfärbt, um das Muster zu dämpfen und neu auszurichten. Der hohe Kragen wurde überzeichnet und verschiebt den Military-Bezug in etwas Persönlicheres. Der orangefarbene Patch am Ärmel sitzt dort als bewusste Unterbrechung. Ein Zeichen des Eingriffs.
Diese Version reist überall mit mir hin. Die leichte Baumwolle lässt sich mühelos layern. Ich trage den Kragen geschlossen, nur mit den obersten zwei Knöpfen. Mein eigener leiser Salut an Cosey Fanni Tutti.
Brenda Briand, Womenswear-Designerin
Aufgewachsen mit den Klängen von Auto- und Motorradmotoren, schöpfte ich beim Entwerfen von „Queen of Speed“ aus all meinen frühen Erinnerungen an die goldene Ära der Gruppe-B-Rallyes und der europäischen F1-Meisterschaften. Neuseelands intensive, kurvenreiche Schotterstraßen und die unverwechselbaren Sounds der F1 der 1980er- und 90er-Jahre haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt, und ich kann nicht leugnen, dass mein Spitzname als Kind PK war – nach dem brasilianischen Formel-1-Fahrer Nelson Piquet.
Inspiriert von der legendären französischen Rallyefahrerin Michèle Mouton ist der Monte Carlo Knit Cardigan der erste Ausflug der Womenswear in die Welt des Stricks – und die perfekte Leinwand, um all die Inspirationen wie klassische Racing Stripes und Zielflaggen-Motive von „Queen of Speed“ zusammenzubringen.
Steven Wong, Menswear-Designer
Statt ein einzelnes Piece herauszugreifen, begeistert mich in dieser Saison vor allem unser Aloha Shirting. Diese Hawaiian Shirts als Meterware stehen schon lange sinnbildlich für Deus – zurückgehend auf unseren Gründer Dare Jennings und seine Zeit bei Mambo, als das „loud shirt“ Teil der Marken-DNA wurde. Sie sind tragbare Leinwände – starke Ausdrucksformen von Kunst, die sofort an Urlaub, Reisen und diesen entspannten Drink-am-Pool-Zustand erinnern.
Da ich in einem heißen, tropischen Land aufgewachsen bin, zieht es mich ganz natürlich zu Orten, die dieses Klima und diese Energie widerspiegeln. Für mich sind die perfekten Begleiter für den Sommer-Getaway die Hemden „Broadus“, „Mail-Man“ und „Freamon“. Ob zugeknöpft getragen oder offen über einem Tee, diese luftigen Rayon-Pieces zeichnen sich durch ihren entspannten, kastigen Schnitt, den geraden Saum und den klassischen Kentkragen aus.
Es ist eine Silhouette, die seit Jahrzehnten Bestand hat – ein echter Beweis für ihren zeitlosen Platz in der Apparel-Kultur. Im Laufe der Jahre sind unsere Hawaiian Shirts zu begehrten Sammlerstücken geworden und gelten vielen als charakteristische Kunstform, die einzigartig für den Deus-Enthusiasten ist.