Der Vintage Motocross Classic 2021

The 2021 Vintage Motocross Classic

Die meisten haben vielleicht noch nie davon gehört, aber Glen Helen ist eine echte Ikone unter den Rennstrecken. Bekannt wurde der Track Anfang der Neunziger, als dort die United States World Championship Motocross ausgetragen wurde. Seitdem fanden hier nicht nur legendäre Rennen statt, sondern auch mehr als genug berühmte Fahrer gingen an den Start. Kein Wunder also, dass Forrest Minchinton, Nick LaPaglia und Reid Harper ziemlich heiß darauf waren, zu diesem renommierten Track für die diesjährige So-Cal Vintage Classic zu fahren. Eine Feier für Bikes aus einer anderen Ära.

Die Jungs kamen früh in Glen Helen an, getragen von den 40-mph-Winden, die an der großen Bergflanke entlangheulten. Unbeeindruckt schlugen sie ihr Lager direkt neben der Startlinie auf, bereit für einen Tag, der groß werden sollte. Mit 18 verschiedenen Klassen lässt die So-Cal Vintage Classic jede Menge Spielraum dafür, welche Bikes über den Tag hinweg gefahren werden können. 

Forrest hatte seine „nicht ganz so zuverlässige“ 1995er CR500 dabei, um im 500 Cup und in der Revolution Class anzutreten. Wir sagen „nicht ganz so zuverlässig“, weil er mit diesem Bike öfter gestartet und nicht ins Ziel gekommen war, als den meisten lieb wäre. Wir fanden das verdammt mutig. Er hatte uns jedoch – und bis zu einem gewissen Grad auch sich selbst – versichert, dass er in den vergangenen Wochen beim Neuaufbau des Bikes für diese Rennen alle Macken ausgebügelt hatte. Hoffen wir’s. Reid trat mit seiner 1973er Husqvarna 250 in der Vintage 250/500 Class an. Nick wiederum hatte zusammen mit seinem Bruder Michael und seinem Dad Big Mike mehr Bikes mitgebracht als die meisten anderen. Ein paar Husqvarna 250er aus den 1970ern und 1980ern, ein paar CZs und eine Maico 440 – ein Setup, das alle anderen ziemlich alt aussehen ließ. Nick hatte außerdem beschlossen, bei der Anzahl der Rennen, für die er sich eingeschrieben hatte, noch einen draufzusetzen: Am Ende waren es zehn. Verteilt auf verschiedene Bikes in verschiedenen Klassen.

Der Wind ließ nach, als das erste Rennen startete, und gab damit den Ton für den Rest des Tages an. Vintage-Bikes, laute Zweitakter und im Hintergrund lauter grinsende Gesichter. Die Sonne stand hoch und schien, als Nick und sein Bruder zu den ersten Rennen antraten – und sich dort jeweils Platz eins und zwei untereinander aufteilten. Dann rollte Forrest für den 500 Cup an die Startlinie. Ein Rennen zum Fingernägelkauen, in dem er sich durchgehend behaupten musste. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, den Atem anzuhalten, aber Sorgen waren unnötig: Er schoss als Erster über die Ziellinie. Der Vormittag verschwamm irgendwie, die Rennen waren schnell, eins nach dem anderen, und wie das bei solchen Tagen ist, oft kaum mitzuverfolgen. Diese Kombination lief für Forrests Rennen in der Revolution Class nicht gut. Er rollte zum Start, nur um zu hören, dass er ein Rennen zu spät dran war. So beendete er die erste Rennrunde des Morgens mit einem „Ersten“ und einem „Nicht gestartet“.

Gegen Mittag gingen die zweiten Rennläufe los. Die starke Arbeit der Jungs am Vormittag hatte sie in hervorragende Positionen gebracht, um starke Gesamtergebnisse einzufahren. Reid schnappte sich einen vierten Platz in der Vintage-Klasse. Nick legte nach und zementierte seine Leistung vom Morgen, indem er in fast jeder Klasse, in der er fuhr, den ersten Platz holte.

Forrest schaffte es rechtzeitig zur Startlinie für das zweite Rennen im 500 Cup – was für uns schon ein Sieg an sich war. Wieder so ein Rennen, bei dem man die Luft anhält: Forrest tanzte mit den anderen Fahrern auf dem rutschigen Dirt hin und her, schaffte es aber öfter als die meisten, beide Reifen auf dem Boden zu halten. Am Ende führte ihn genau das zum Sieg und bestätigte seinen ersten Platz in der Gesamtwertung der Klasse. Als Kirsche auf der Torte tauchte er auch noch zum zweiten Rennen des Revolution Cup auf und holte dort ebenfalls den Sieg. Wäre er nur beim ersten Rennen am Start gewesen, hätte er seine Trophäenausbeute verdoppeln können. 

Was für ein spaßiger und erfolgreicher Tag an der Strecke. Klar, sie nahmen zusammen ein paar erste Plätze mit nach Hause. Noch wichtiger aber: Sie hatten die Liebe zu ihren Vintage-Bikes neu entfacht. Und eines steht fest: Nächstes Jahr kommen sie wieder.

Text von Dan Tyrrell
Fotos von Mounce Smith & Will Luna

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