„Berubah Benyah“, eine Ausstellung von Andre Yoga, Dea Rahajeng und Rama Indirawan, ist ganz anders als alle Shows, die wir bisher gemacht haben. Und in unserer elfjährigen Geschichte haben wir eine ganze Menge gemacht.
In einem Jahr, das so viele Höhepunkte hatte wie Charlize Therons Mad-Max-Frisur, kam die Wiedereröffnung der Deus Gallery für die meisten von uns wie ein kompletter Schock.
Zunächst einmal war die Deus Gallery, abgesehen von einer Show, die wir irgendwie noch dazwischenschieben konnten, achtzehn Monate im Lockdown. So lange hatten wir noch nie eine Pause, es fühlte sich an, als hätte man uns einen Arm abgehackt! Dann war da noch die vorgezogene Eröffnungszeit auf fünf Uhr nachmittags; das Seltsame daran war, dass wir alle herausgeputzt waren und es draußen noch hell war, aber so hatten wir immerhin vier solide Stunden, bevor hier die Ausgangssperre griff. Außerdem war es ein Samstagabend (naja, eigentlich Nachmittag?!), nicht ein Freitag, der Wochentag, an dem wir die Galerie normalerweise eröffnen. Wobei das den meisten gar nicht aufgefallen ist.
Damit kommen wir zum wichtigsten Unterschied: der Kunst und den Künstlern. Unsere leere Galerie wurde in dieses auffällige Zusammenspiel der drei verwandelt; Fotografien, Verzerrungen und Installationen stammen von Dea, Wortmalerei und Wortspiele, das wäre Rama, und Gemälde indonesischer Ikonen sowie Erinnerungscollagen sind von Andre. Drei gegensätzliche Puzzleteile, die perfekt passen und einfach verdammt gut zusammen funktionieren.
Der Name ihrer Show entstand, indem das indonesische Wort Berubah, was Veränderung bedeutet, mit dem balinesischen Wort Benyah, was zerschmettert oder in Stücke zerbrochen bedeutet, verbunden wurde. Die Künstler brachten ihre Dialoge über die Transformation von Zerstörung durch Malerei, Fotografien, Texte und alles dazwischen ein.
Ein Statement der Künstler zur Show.
Über den Raum verteilt, zwischen ihrer Kunst, hatten sie eine Reihe sinnlich-interaktiver Elemente eingefügt: Boxen voller Wolle, Reis und Knete, in die man die Hand steckt, eine von innen beleuchtete Box mit einem Schlitz, durch den man in die Rolle des Voyeurs schlüpft, einen Kassetten-Walkman, um Klanglandschaften ohne Anfang und Ende zu hören, und eine alte manuelle Schreibmaschine, auf der man seine ganz persönliche Botschaft an niemand Bestimmten herausklappern kann, Anschlag für Anschlag. All das ließ die Besucher nicken, sich erinnern, interagieren. Bei den meisten blieb ein wissender Blick oder ein Lächeln zurück.
Als die Sonne unterging, füllte sich die Galerie. Keine bestimmte Gruppe oder Crowd, sondern Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, ausgehungert nach kulturellen Elementen, nach geistiger Nähe, danach, Kultur mit großem K zu erleben. Das war nicht einfach noch eine Bar- oder Restauranteröffnung, sondern ein Forum für Diskussion und Auseinandersetzung, was aber nicht heißt, dass nicht auch Lächeln und Lachen durch die Nacht geschossen wären.
Dass die richtige Musik etwas war, bei dem sie von Anfang an mitmischen wollten, war ihnen klar, und Maira Yamanaka enttäuschte nicht, als sie an den Decks ihre Magie wirken ließ. Sie ist eine talentierte DJ-Freundin der Künstler, die sie eingeladen hatten, um alles zusammenzubringen. Immer mehr kamen, füllten die Galerie und strömten in den Hinterhof, Frauen wie Männer dem Anlass entsprechend gekleidet. Neun Uhr kam viel zu früh.
Die Show läuft vom 2. bis zum 31. Oktober 2021 in der Galerie des Deus Ex Machina Temple of Enthusiasm.
Seid dabei, schaut, fühlt und reflektiert.
#berubahbenyah
Andre Yoga
Dea Rahajeng
Rama Indirawan
Maira Yamanaka
Fotos von Didit Prasetyo Adiwibowo