Wie ein abgezogener Streifen von alten Film- und Straßenplakaten: Omri BEN-CANAANs Faszination für die Décollage der Nouveau Réalistes der 1960er, Mimmo Rotella und Jacques Villeglé, ist schon auf den ersten Blick in seinen wunderbar leuchtenden und höhlenartig tiefen Leinwänden spürbar, die derzeit die Wände der Deus Gallery schmücken.
Nachdem Omri eine ganze Reihe von Unternehmen rund um Technologie aufgebaut hat, überrascht es kaum, dass seine Bilder die Grenze zwischen dem, was abgerissen wurde, und dem, was er hinzugefügt hat, verschwimmen lassen. Digital ebenso wie physisch. Seine ästhetisch starken Assemblagen arbeiten mit Bildern leicht verborgener, gefeierter Persönlichkeiten und ikonischer Figuren, die in unheiligen Verbindungen mit Straßenfundstücken, Tinte, Acryl und Sprühfarbe zusammenkommen.
Wie bei jeder neuen Ausstellung kommt auch hier ein ganz anderes Publikum zusammen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, welche Kunst welche Menschen in die Nacht hinauslockt. Um sieben war die Galerie bis zum Rand gefüllt und blieb es für den Rest des Abends.
Die Klanglandschaften des Abends kamen von DJ Badknife, der seine markanten, frischen französischen Dance-Atmosphären von den Decks schickte. Darunter legte unser eigener DJ NCDEMS grundlegendere Funk-Schichten, und gemeinsam im Tag-Team gaben die beiden allen Anwesenden kaum einen Grund, den Temple zu verlassen, bis sie schließlich darum gebeten wurden.
Die ungeschriebene Regel des Abends schien zu sein: Wer sich an der Kunst sattgesehen hatte, zog in den Hinterhof, um mit Freunden zu sitzen, zu essen, zu plaudern und ein Glas oder drei zu trinken. Der Barbereich wurde drei Reihen tief und blieb es, erfüllt von Stimmengewirr und Lachen. Menschen, die von Tisch zu Tisch wanderten, ließen die Wege dazwischen wirken wie die Metro zur Rushhour.
Hacked von Omri BEN-CANAAN ist noch bis zum 27th Februar in der Deus Gallery auf Bali zu sehen
Video vom Team des Künstlers. BaliProd
Fotos von Didit Prasetyo Adiwibowo