Worte mit Woody Gooch

In den Arbeiten des Fotografen Woody Gooch liegt eine Ruhe. Manche würden es vielleicht sogar einen leisen Puls nennen, der irgendwo zwischen Intuition und glücklichem Zufall schwingt und sich mit einer gewissen Leichtigkeit entfaltet. Für Woody liegt die Kunst nicht in der Kontrolle, sondern im Erkennen: zu spüren, wann eine Szene ihren eigenen Rhythmus gefunden hat, und präsent zu sein, um sie festzuhalten, bevor sie wieder entgleitet.

Deine Fotos wirken, als hätten sie drei Tage am Stück meditiert und gerade eine kleine Erleuchtung erlebt. Wie gehst du beim Fotografieren vor, um dieses Gefühl einzufangen?

Ich begegne meinen Motiven gern mit völliger Spontaneität und lasse eher meine Intuition führen, statt den Prozess zu zerdenken. Ich liebe es, in jedes Shooting ohne feste Pläne oder Erwartungen zu gehen – so bleibt die Erfahrung für mich roh, lebendig und unvorhersehbar. Es entsteht eine besondere Energie, wenn man dem Moment vertraut, und irgendwie findet dieses schöne Chaos immer seinen Rhythmus. Meistens überraschen mich die Ergebnisse auf die bestmögliche Weise

Wie balancierst du göttliches Chaos mit akribischer Kontrolle, wenn du hinter der Linse stehst ... besonders, wenn die Elemente improvisieren und die Stimmung deines Motivs (nicht Eddy, natürlich) mit der Flut umschlagen könnte?

Ich glaube, der Trick ist, das Chaos größtenteils sprechen zu lassen – ich entscheide nur, wann ich hinhöre. Ich bin nicht wirklich daran interessiert, den Moment zu kontrollieren – mich interessiert eher, zu erkennen, wann er bereits perfekt ist. Wenn die Elemente improvisieren und die Stimmung des Motivs umschlägt, ist das meist der Moment, in dem etwas Echtes passiert. Meine Aufgabe ist es nur, präsent genug zu bleiben, um es einzufangen, bevor es verschwindet.

Wir sehen Deus gern als ziemlich offen, wenn es um das Briefing eines Projekts geht. Wie findest du dennoch deine eigene kreative Balance, wenn du Content für eine Brand shootest?

Ich habe das Gefühl, dass die meisten Kunden, mit denen ich arbeite, mir ziemlich viel Raum geben, einfach ich selbst zu sein – mit einem kreativen und ehrlichen Ansatz zurückzukommen, der das Vertrauen widerspiegelt, das sie von Anfang an in mich gesetzt haben. Für mich ist dieses Vertrauen alles. Es ist das Rückgrat jeder guten Zusammenarbeit und die Basis dafür, den Rhythmus zu finden, der die Arbeit wirklich zum Leben erweckt.