Die Pausen zwischen den Surf-Sessions gaben mir Zeit herauszufinden, worauf Husni, Mencos und die anderen Jungs stehen, wenn sie nicht im Wasser sind. Ich konnte ihnen zuhören, wie sie süße Melodien auf der Gitarre spielten, und ihnen beim Malen zusehen. Außerdem bekam ich mit, wie sie an ihren Bikes herumspielten. Die Honda cb100, c90 und c70 oder Vespas, die hier herumcruisen, kann man kaum übersehen, sie sind verdammt noch mal überall. Die Versuchung, aufzuspringen und am Strand entlangzubrettern, ist wie ein Jucken, das man nicht kratzen kann. Also dürfte es niemanden überraschen, dass wir eine halbe Stunde später genau das taten. Kaum hatte ich die Kameras aus meiner Tasche gezogen und angefangen zu knipsen, kamen sie aus allen Ecken zum Vorschein, und bald hatten wir so ziemlich jedes Old-School-Bike, das über die Strandpromenade heizte und riss. Das Problem war, dass wir unserer improvisierten Dragstrip längst entwachsen waren. Es war Zeit für das nächste Level. Der lokale Flughafen ist nur zwei Tage die Woche geöffnet, die zwei Kilometer lange, makellose Asphaltpiste liegt die meiste Zeit völlig verlassen da, und die Jungs versicherten mir, dass die Startbahn der perfekte Ort sei, um die Bikes wirklich laufen zu lassen. Als ob ich noch Überzeugung gebraucht hätte. Ganz organisch fanden sie sich in Paaren zusammen und starteten Drag Races. Husni & Mencos lieferten sich auf dem langen Teerstreifen ein Duell. Sie setzten sogar Andre und mich in ein paar Sättel, besser, dass das nicht aufgezeichnet wurde. Für das Finale standen alle Bikes nebeneinander auf der breiten, ebenen Fläche. Der gemeinsame Lärm der kleinvolumigen Motoren verschmolz zu einer Kakofonie, die man leicht für ein Flugzeug im Landeanflug hätte halten können. Diese Jungs waren nicht zu bremsen. Der Hut fiel, und die Meute zog in verschwommener Bewegung an meiner Linse vorbei. Nach einem kleinen Zwischenfall, bei dem die Schwerkraft Giang besiegte, wussten wir, dass es Zeit war, vom halsbrecherischen Tempo runterzukommen und zurück an den Strand zu fahren. Mit breitem Grinsen und großen Geschichten machten wir uns auf, um uns in den azurblauen Wassern abzukühlen und ein paar Wellen mitzunehmen. Paradies. 














