W800 MONKEY: Ein Favorit ist zurück

Nichts zaubert einem Schrauber schneller ein Grinsen ins Gesicht, als ein bekanntes Gesicht wieder ins House of Simple Pleasures spazieren zu sehen. Vor allem, wenn es zu einem unserer Lieblingskunden gehört.

Es ist ungefähr acht Jahre her, dass ich das große Vergnügen hatte, eine Custom-Kawasaki für ihn zu bauen. Damals war es eine W650 namens Swing Bob—ein wunderschöner, leicht tiefergelegter Cruiser mit Yamaha-SR-Tank, geschwungenem Lenker und einer herrlichen Lackierung in Babyblau und Off-White.

Spulen wir vor bis heute: Nachdem er noch mehr Zeit damit verbracht hatte, den Sydney-Lifestyle zu genießen, ließ er den Satz fallen, den wir insgeheim alle gern hören:

„Ich hätte sie nie verkaufen sollen.“

Mehr musste er nicht sagen.

Die Vision: alter Geist, neues Fundament

Es lag einfach nahe, wieder einen feinen Zweirad-Klassiker in die Familie zu holen – doch diesmal entschieden wir uns für eine moderne W800 mit Einspritzung als Basis. Wir setzten uns zusammen, schauten uns den ursprünglichen Build noch einmal an, skizzierten ein paar frische Ideen, und schon bald war das Projekt im Rollen.

Das Ziel war, etwas Neues zu schaffen und zugleich den Geist des Originals zu bewahren – eine durchdachte Mischung aus alten und neuen Teilen, mit genug Custom-Details, damit sie sich ganz eigen anfühlt.

Frontpartie & Haltung

Vorne begann ich damit, die serienmäßige Gabelbrücke durch ein elegantes CNC-gefrästes Teil zu ersetzen, das für ein Paar Lenkerklemmen im Stil der 70er-Triumphs mit einem Zoll Durchmesser ausgelegt ist. Dann entwarf ich einen Custom-Lenker mit genau dem schönen, weiten Schwung, an den er sich erinnerte. Für so einen Job gibt es nur eine Adresse: Kansai Giant. Mit Jonathans Hilfe formten wir den Lenker perfekt und setzten die Enden clever auf 7/8 Zoll ab, damit die serienmäßigen W800-Schaltereinheiten und Hebelhalter direkt wieder montiert werden konnten.

Um die Haltung sauber abzustimmen, kürzte ich den serienmäßigen vorderen Kotflügel für einen frischen, kompakteren Look, senkte die Front um einen Zoll ab und verbaute ein vollständiges YSS-Internals-Upgrade.

Karosserie & Integration des Kraftstofftanks

Um die Silhouette des ursprünglichen Builds einzufangen, haben wir einen Kraftstofftank von einer späteren Yamaha SR400 aufgetrieben – genauer gesagt die Version mit dem klassischen runden Chrom-Tankdeckel.

Da die W800 eine Einspritzanlage hat, musste ich etwas kreativ werden: Eine externe W800-Kraftstoffpumpe wurde sauber an der vorderen linken Seite des Tanks montiert, dazu kam eine interne Ausgleichsleitung, damit wirklich jeder letzte Tropfen Kraftstoff genutzt werden kann.

Von dort aus nach hinten wurde die Sitzbankbasis gezielt angepasst, damit sie sich eng an das Heck des neuen Tanks schmiegt, bevor sie wunderschön mit perforiert wirkendem Vinyl und klassischer Doppelnaht neu bezogen wurde. Ein breiterer hinterer Kotflügel aus Edelstahl wurde ergänzt, um das Kennzeichen aufzunehmen, und wirkt wie eine nahtlose Verlängerung des Schutzblechs.

Motor & Performance

Der Motor bekam einen großen Service, wurde komplett gründlich gereinigt und frisch lackiert, um den Vintage-Vibe der originalen 650 aufzugreifen. Damit er richtig heraussticht, wurden alle Motordeckel aufwendig auf Hochglanz poliert.

Der Einlass: Aufgewertet mit einem Paar CNC-gefertigter, legierungsbeschichteter DNA-Luftfilter, individuell lasergraviert mit passenden Logos.

Das Tuning: Ein Dynojet Power Commander 6 wurde verbaut und bei RB Racing auf dem Prüfstand fein abgestimmt, um jedes verfügbare Pferdchen herauszuholen.

Chassis & Lackierung

Damit das Chassis leicht und skelettartig wirkt, wurde die serienmäßige Batteriekonfiguration vollständig unter der Schwinge versteckt. Rahmen, Schwinge und fast 40 weitere Komponenten wurden entlackt und für ein makelloses, satinschwarzes, pulverbeschichtetes Finish weggegeben.

Zum Schluss haben wir uns der Karosserie gewidmet. Die drei wichtigsten Blechteile erhielten ein lebendiges himmelblaues Lackdesign mit klassischen cremeweißen Details, während die Räder farblich abgestimmt wurden, um die gesamte Ästhetik zusammenzuführen. Kein Detail wurde übersehen.

Der letzte Schliff: „Monkey“

Dank Luke, unserem Inhouse-Designer, haben wir das ursprüngliche Logo an den neuen Namen des Bikes angepasst: Monkey. Der Spitzname war in der Familie des Besitzers schon lange ein Favorit und fühlte sich wie die perfekte Fortsetzung der Geschichte an.

Das individuelle Artwork wurde sorgfältig auf die hintere Trommelbremsplatte lackiert, während Kellermann Bullet 1000-Leuchten vorne und hinten Blinker und Rücklichter in einem ultracleanen Paket vereinten.

Diesen alten Liebling mit modernen Upgrades wieder zum Leben zu erwecken, war ein Projekt, auf das ich mich wirklich gefreut habe. Das Ergebnis ist eine frische, zuverlässige Maschine mit Kraftstoffeinspritzung, die genauso besonders aussieht und sich genauso besonders anfühlt wie das Bike, das sie inspiriert hat.

Manche Bikes hinterlassen Spuren. Die besten finden den Weg nach Hause.