Jeder Swell hat so etwas wie ein Haltbarkeitsdatum. Vielleicht eine Woche, vielleicht einen Tag. Dieser letzte Swell, der durch Bali gerauscht ist, hielt ungefähr drei Tage an und brachte uns mehr Pros als eine Las-Vegas-Messe Ende der 90er – egal, ich schweife ab. Die Crew hat also ihren fairen Anteil am Swell abbekommen. Aber was macht man, wenn er vorbei ist? Herumsitzen und sich wie Taugenichtse aufführen? Klar, könnte man – und haben wir auch. Aber hier drüben in „The Temple“ holen wir gern das Beste aus unserer freien Zeit raus. Wir schlagen nicht nur wieder Wurzeln an unseren lokalen Spots, an denen wir täglich „The Goo“ surfen. Wir gehen auch gern in die „Shaping Bay“ – oder die „Eingeweide der Originalität“, wie ich sie gern nenne – und kratzen am nächsten Stick für den nächsten Swell. Unser neuer Freund Ryan Birch wurde während des Swells an unsere Küste gespült und hat in „The Temple“ herumgetüftelt, mit Chris Garrett über verschiedene Shaping-Techniken geplaudert (ach, bei diesem Gespräch Mäuschen an der Wand zu sein) und sich auch selbst ein wenig in der Bay eingestaubt. Ryan ist ein Freigeist, wenn es um Boarddesigns geht, und das ist gut so – wir sind es auch. Nicht jede Welle ist gleich, warum sollten es also alle Boards sein? In letzter Zeit waren wir mit ihm unterwegs, während er auf seinem selbst entworfenen, hand- und kopfgeformten, pfirsichfarbenen Fish alle möglichen Wellentypen zerlegt hat. Ich meine: Warum auch nicht.
Matt „The Greaser“ Chojnacki war selbst ziemlich gut beschäftigt: Er surfte das McTavish-Quiver, das er mitgebracht hatte, und lernte eine Flussmündung gleich die Straße runter ziemlich gut kennen, wenn ich das so sagen darf. Matt ist ein kleiner Kaffee-Verrückter, und er hat die Mühle ordentlich laufen lassen, um ein paar verdammt gute Brews für die Jungs zu zaubern – heiß und kalt. Wie gesagt: Wir holen gern das Beste aus unserer freien Zeit raus. Keine Sorge, für kalte Biere und ein bisschen heruntergekommene Aktivitäten blieb trotzdem reichlich Zeit. Nur weil wir in „The Temple“ spielen, heißt das nicht, dass wir Heilige sind. Bleibt dran, es wird mit der Zeit nur besser – wir sind noch lange nicht abgelaufen … 







