Falls ihr es noch nicht herausgefunden habt: Bei unserem Slidetoberfest dreht sich alles um ein Wochenende voller Slides. Auf Dreck genauso wie auf Wasser. Aus Motor-Sicht pflügen wir seit ein paar Jahren den Strandsand um, aber der ist ziemlich schnell voller Rillen. Und so lustig es auch ist, den Leuten dabei zuzusehen, wie sie in den Kurven abfliegen – wir wollten unsere Füße wirklich mal auf etwas Festeres setzen, auf echte Terra firma. Wir wollten einen Ort, an dem man den linken Fuß runterstellt, das Gas aufreißt und das Ding herumreißt. Indonesien hat noch keine Flat-Track-Szene, und weil es dort keinerlei Infrastruktur gab, beschlossen wir, eine zu bauen. Eine Flat Track, versteht sich. Aber was bringt eine Strecke ohne passende Bikes? Uns war völlig klar, dass die Enduros von allen jede Strecke, die wir bauen würden, innerhalb von ein, zwei Stunden in Schweizer Käse verwandeln würden – genau wie bei unserem Beach Track. Also blieb uns nichts anderes übrig, als ein paar Bikes zu kaufen und sie umzubauen.
Noch am selben Tag, an dem wir zu diesem Schluss kamen, kauften wir fünf neue Kawasaki KLX 150. Und bevor eine davon auch nur einen Kilometer auf dem Tacho hatte, hatten wir sie komplett zerlegt und begonnen, sie wieder neu aufzubauen.
Wir mussten den Enduro-Nachlauf loswerden, und Neunzehnzöller vorne und hinten erledigten das ziemlich gut. Breite Lenker kamen dran, damit man den Vorderreifen ordentlich nach rechts drücken kann. Klar, die Geometrie unserer kleinen KLX war viel kompakter als bei den Bikes, die im Rest der Welt Rennen fahren – aber das hier war Indonesien, und wir haben die Dinge sowieso immer auf unsere Art gemacht. Außerdem hatten wir ein Ass im Ärmel: unsere Bengkel Boys. Und sobald sie die Richtung und den Bedarf an Speed verstanden hatten, begannen sie wirklich zu zaubern. Zuerst wurde Karton genutzt, um eine Schablone zu machen, und als die Silhouette verfeinert war, übertrugen sie die Formen auf Blech, bevor sie sie ausschnitten. Dann griffen sie zu ihren Werkzeugen – bestenfalls simpel: ein Hammer und ein massiver Eisenblock – und begannen wortwörtlich, die Teile in Form zu hämmern. Fünf Sätze neuer Tanks und Hecks von Hand zu formen ist eine zähe Aufgabe. Nur damit ihr’s wisst: English Wheels findet man in diesem Teil der Welt nicht.
Überflüssige Teile wurden beiseitegelegt, Subframes gekürzt und neu gestaltet. Die Geometrie wurde angepasst, damit die Bikes fahrbar wurden. Wir nutzten kleine Bikes, und hier machten wir sie noch kürzer. Aber sie sind auch kernig, stark und können genau dann ordentlich Leistung liefern, wenn sie gebraucht wird. Vielleicht sind sie nicht das, was ihr auf eurer Flat Track fahren würdet – für uns aber sind sie genau das, was der Arzt verordnet hat.
In der Lackierung haben wir eine kleine Hommage eingebaut, etwas für all die Deus Temples rund um die Welt. Ein Gruß an jedes unserer fünf Länder: Australien, Amerika, Italien, Japan und natürlich Indonesien.
Wir dachten, ihr würdet gern einen Teil des Prozesses sehen, der uns von neu zu wow gebracht hat. Ganz fertig sind wir noch nicht, aber für den Moment: genießt unsere Reise.
Ach ja, und falls ihr vom 12. bis 15. Oktober zum Slidetoberfest kommt, möchtet ihr den Bengkel Boys vielleicht ein Bier ausgeben. Sie haben Überstunden gemacht, um diese Bikes fertigzubekommen, und unsere Flat-Track-Fahrer werden sich auf ihre harte Arbeit und Ausdauer verlassen. Vergessen wir außerdem nicht: Die Geste würde ziemlich gut ankommen.
Weitere Informationen zum 7th Annual Deus Slidetoberfest findet ihr unter http://deuscustoms.com/slidetoberfest/
















