North to Noosa: Kapitel 2

North to noosa: chapter 2
Jedes Jahr gegen Ende des Sommers erlebt die Ostküste Australiens eine Art Regenzeit. Wenn es hier regnet, dann schüttet es. Nach ein paar klatschnassen Tagen auf dem Motorrad begann ich mich zu fragen, ob diese Fahrt nach Norden bis Noosa wirklich so eine großartige Idee war. Alle anderen fragten sich dasselbe. Aber wie das bei uns Surfern so ist: Als endlich die Sonne herauskam und wir eine spaßige Welle fanden, waren all unsere Sorgen vergessen. Die Wellen waren nicht perfekt, aber sie gaben uns allen die Chance, mal etwas anderes als ein Motorrad zu reiten – und mein Hintern fing langsam an weh zu tun. Nach ein paar Wellen und deutlich mehr Paddeln, als wir eingeplant hatten, packten wir das Camp zusammen und machten uns auf den Weg aus der Stadt. Zum ersten Mal, seit wir Camperdown verlassen hatten, zeigte sich die Sonne mit voller Kraft. Alles lief auf Vollgas, bis uns klar wurde, dass wir auf dem Weg zurück zum Highway immer noch durch das Hochwasser mussten. Diesmal zog unser Konvoi den Kürzeren. Der 78er Ford Van wurde an Stellen nass, an denen er es besser nicht geworden wäre, und setzte mitten in der Durchfahrt kurz aus. Zum Glück hat er nicht komplett den Geist aufgegeben. Die Jungs, die am Tag zuvor noch trocken geblieben waren, mussten diesmal mit uns ins Nasse und schieben, bis er wieder kam. Wir ließen ihn kurz durchatmen, bevor er wieder ansprang und wir „on the road again“ sein konnten. Nächster Halt: Byron Bay. Weiter ging’s, die Nordküste von New South Wales hinauf, froh, nicht länger festzusitzen. ~ HARRISON ROACH Fotografie von Anthony Dodds & Thomas Walk